Mittwoch, 10. Februar 2010

Bajram Kelmendi

Bajram Kelmendi

Unter dem Volk bekannt als „Avokat Kelmendi“, setzte sich als Jurist für die Rechte und die Freiheit der Albaner aus Kosovo ein. Er war Gründer des Menschenrechtsrates in Prishtina. Am 25.-26. März des Jahres 1999 wurde er zusammen mit seinen zwei Söhnen ermordet.

Seine Arbeit als Jurist und politischer Aktivist

Als Anwalt vertrat Bajram Kelmendi viele politische Gefangene und setzte sich für die einzig verbliebene albanische Tageszeitung „Koha Ditore“ ein. Neben seiner Arbeit als Anwalt, informierte er auch verschiedene ausländische Menschenrechtsorganisationen über die serbische Staatswillkür und die politisch, motivierten Verbrechen an der kosovo-albanischen Bevölkerung und sammelte Beweise für den Haager Gerichtshof. Bajram Kelmendi genoss sowohl in seiner Heimat Kosovo, als auch im Ausland grosses Ansehen für seine Arbeit. Dieser Ruhm hält auch noch heute, nach seiner Ermordung, an.

Die Ermordung von Bajram Kelmendi

Wegen seiner detailgetreuen Protokollierung der serbischen Verbrechen an der kosovo-albanischen Bevölkerung wurde er für den serbischen Staat immer gefährlicher. In der Nacht des 24. März, ungefähr zeitgleich mit den Nato-Luftangriffen, stürmten fünf serbische Polizisten das Haus der Kelmendi’s. Nach den Worten der Frau von Bajram Kelmendi, Nekibe Kelmendi, versuchte der Sohn Kastriot die Polizei anzurufen, um ihnen mitzuteilen, dass jemand in das Haus eingedrungen sei, doch die serbische Polizei hat zuvor die Telefonleitung gekappt. Die Familienangehörigen mussten allesamt mit dem Bauch auf dem Boden liegen. Die Polizei begann mit ihrer Hausdurchsuchung, konnte aber nichts finden. Gegen 13:30, nahm die Polizei Bajram und seine beiden Söhne, Kushtrim und Kastriot Kelmendi fest. Am Morgen des 26 März, fand man ihre Leichen an einer Nebenstrasse von „Fushë Kosovë“.

Der Fall „Bajram Kelmendi“ und die Verfolgung kosovo-albanischer Intellektueller

Nach dem Tot von Bajram Kelmendi brach in der Stadt Prishtina vor allem unter den Akademikern, Journalisten, Politikern und Juristen, die sich allesamt für die Rechte der Albaner einsetzten, Massenpanik aus. Verbrechen an unschuldigen, albanischen Zivilisten gab es zwar schon vor der Ermordung von Bajram Kelmendi, doch war seine Ermordung auch ein Zeichen dafür, dass die serbische Geheimpolizei von nun an auch kein Halt vor politischen Aktivisten machten, die auch im Ausland bekannt waren. Einige jener, die sich ihres Lebens nicht mehr sicher waren, flohen in die Nachbarländer Mazedonien oder Albanien, anderen gewährte man in Westeuropa politisches Asyl. Im Exil setzten sich viele dieser politischen Verfolgten weiterhin für die Rechte der Albaner im Kosovo ein.

Nekibe Kelmendi

Nekibe Kelmendi wurde in Peja geboren. Wie ihr Mann studierte auch sie an der juristischen Fakultät in Prishtina. Nach ihrem Studium erlernte sie den Beruf Anwältin und wurde somit zur ersten albanischen Frau, die diesen Beruf bekleidete. Heute ist Nekibe Kelmendi als Justizministerin für die kosovarische Regierung tätig.